Mein Töpfertagebuch (1): Los geht´s mit Töpfern – Materialliste

Töpfern zu lernen steht schon seit ganz vielen Jahren auf meiner Wunschliste und letzten Herbst habe ich endlich angefangen, es zu lernen! Seitdem bin ich regelrecht süchtig danach und töpfere nicht nur einmal pro Woche im Kurs, sondern auch 1-2 pro Woche abends bei mir zu Hause (also sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt). Da bei instagram immer ganz viele Nachfragen kommen, wenn ich meine getöpferten Schätze zeige, möchte ich euch nun direkt teilhaben lassen und mein erworbenes Wissen mit euch teilen! Ich nenne die Rubrik absichtlich „Töpfertagebuch“, weil ich ja selbst noch übe und jede Woche dazu lerne. Ich habe mir auch ganz fest vorgenommen, hier nicht nur Erfolge und tolle Ergebnisse zu zeigen, sondern auch, was alles schief gegangen ist und wo Herausforderungen liegen (das Glasieren hatte ich mir z.B. viel einfacher vorgestellt). Ich fänd es auch super, wenn wir uns untereinander austauschen und Fragen beantworten würden, denn hier gibt es bestimmt eine ganze Menge begeisterte Keramikkünstler :). Den Anfang mache ich heute mit einer Liste von Materialien, die ihr braucht und gebe ganz kurz einen Überblick, welchen Ton ihr am besten kauft. Ich gebe dabei lediglich meine Erfahrungen als Laie wieder und kann bei vielen Dingen nicht in die Tiefe gehen, weil ich kein Profi bin. Aber den Anspruch habt ihr wohl auch nicht an ein Hobby 😉 . Allen Töpferprofis werden meine Tipps zu oberflächlich sein, aber wenn man wie ich ganz am Anfang steht ist es vielleicht hilfreich, ein paar einfache Tipps zu bekommen.

Tipps für den richtigen Ton und das Material für den Anfang wenn man als Hobby töpfern möchte

Bevor es los geht fragt ihr euch bestimmt, wo ihr überhaupt töpfern lernen könnt?! Ich mache einen Kurs in der Volkshochschule bei uns in der Stadt, es gibt aber auch viele Keramikkünstler, die Kurse in ihrem Atelier anbieten. Am wichtigsten ist dabei natürlich die Möglichkeit, den Ton gebrannt zu bekommen. In meinem Kurs kann ich alles brennen lassen, was ich dort herstelle. Ihr könnt euch mal erkundigen, ob es eine Keramikwerkstatt bei euch in der Nähe gibt, wo man gegen eine Gebühr brennen lassen kann! Ich sag es gleich mal vorweg: Töpfern ist kein günstiges Hobby, da das Brennen Energie ohne Ende verbraucht und recht teuer ist. Hinzu kommen die Kosten für Glasuren (dazu komme ich das nächste Mal) und den Ton (der allerdings recht günstig ist). Aber lasst euch davon nicht abschrecken, ein VHS Kurs ist von den Kosten her überschaubar und das Gefühl, etwas selbst Getöpfertes in den Händen zu halten ist einfach unbezahlbar.

Viele der Dinge, die man zum Töpfern gebrauchen kann hat man bereits zu Hause, andere gibt es recht günstig im Internet.

  • Werkzeug (am besten als Töpferwerkzeug-Set, da sind die Schlingen drin, der Draht zum Schneiden, ein Modellierholz usw.)
  • Cutter oder Messer
  • Ein Nudelholz zum Ausrollen des Tons
  • ein großes Holzbrett oder eine Holzplatte aus dem Baumarkt als Arbeitsfläche (an Holz haftet der Ton nicht)
  • Holzleisten aus dem Baumarkt in verschiedenen Stärken (zwischen zwei Holzleisten kann man den Ton wunderbar auf die Gleiche Dicke ausrollen)
  • Gefäß für Wasser
  • Frischhaltefolie (ihr könnt Teller, Schalen usw. von euch zu Hause abformen, müsst sie aber mit Frischhaltefolie auskleiden, sonst klebt der Ton fest!)
  • Irgendwas zum Löcher stanzen für Anhänger usw. (Holzspieß, Strohhalm…)
  • Ton (dazu gleich mehr)
  • Stempel (mit Stempeln kann man tolle Muster in den Ton stempeln)
  • Große Frischhaltebeutel zum Aufbewahren des Tons

Wenn ihr im Internet Ton bestellen wollt (bei uns in der Nähe gibt es gar kein Geschäft, wo ich Ton kaufen könnte) und somit keine Beratung habt, kann euch das Angebot schnell überfordern, denn es gibt wahnsinnig viele verschiedene Tonarten (außer bei ama…, aber da würde ich auch keinen Ton kaufen). Zuerst solltet ihr euch für eine Farbe entscheiden. Ich arbeite sehr gerne mit weiß brennendem Ton (der kleine Klumpen), links im Bild seht ihr anthrazitfarbenen Ton und der Farbton rechts heißt „Leder“ (sieht fertig gebrannt aber wie roter Schulton aus).

Tipps für den richtigen Ton und das Material für den Anfang wenn man als Hobby töpfern möchte

Ich zeig euch mal ein Etikett und erkläre euch, was die einzelnen Angaben bedeuten:

Tipps für den richtigen Ton und das Material für den Anfang wenn man als Hobby töpfern möchte

Der Brennbereich:

Ton kann bei unterschiedlichen Temperaturen gebrannt werden. Steingut wird bei ca. 1050 Grad gebrannt. Steinzeug wird heißer gebrannt als Steingut (im sog. Hochbrand bei 1100 – 1300 Grad), ist unempfindlicher, spülmaschinenfest und frostfest (also auch für Gartenobjekte). Porzellan wird sogar noch heißer gebrannt, bei Temperaturen zwischen 1200 und 1400 Grad. Für den Anfang könnt ihr aber ganz normal niedrig brennen, die Sachen halten trotzdem sehr gut und es ist natürlich auch eine Kostenfrage (heißer brennen ist teurer).

Für den Anfang könnt ihr Ton kaufen, dessen Brennbereich um 1000 Grad liegt (wird öfters auch einfach „Schulton“ genannt).

Übrigens (ich sag das mal an dieser Stelle, weil es vielleicht nicht jeder weiß) werden eure Schätze in der Regel immer zwei Mal gebrannt: einmal im Schrühbrand und danach nochmal im Glasurbrand. Ihr könnt natürlich auch Schalen usw. schon direkt nach dem Schrühbrand benutzen, aber dann sind sie nicht wasserdicht und nicht Lebensmittel geeignet.

Die Schamottierung:

Schamotte sind kleine Brösel aus gebranntem Ton, die dem Ton zugesetzt werden, um ihm mehr Standfestigkeit zu verleihen. Man kann den Ton dann besser formen und er reißt nicht so leicht. Auf dem Foto seht ihr einen Ton mit einer Schamottierung von 25 % bei einer Körnergröße von 0-0,5 mm. Das ist Standard und eignet sich für kleine Schalen und Objekte, die mit der Hand aufgebaut werden. Je größer das Objekt ist, das ihr anfertigen wollt, desto mehr Schamotte sollten in dem Ton enthalten sein.

Ich sag euch jetzt einfach den gleichen Satz, den ich in meiner ersten Stunde im Töpferkurs gehört habe: „Schnapp dir deinen Ton und leg los!“. Ton ist wahnsinnig vielseitig und viele Wege führen zu einem tollen Ergebnis, auch ohne Töpferscheibe!

Tipps für den richtigen Ton und das Material für den Anfang wenn man als Hobby töpfern möchte

Hier seht ihr ein paar ungebrannte Stücke, die ich gemacht habe. Super leicht für den Anfang sind alle Dinge, die man flach anfertigt, z.B. der kleine rote Teller. Dafür rollt ihr den Ton aus, schneidet ihn rund zu und legt die Scheibe in einen Suppenteller, den ihr mit Frischhaltefolie ausgekleidet habt. Mit Holz, Stempeln oder Steinen könnt ihr dann kleine Muster einstempeln.

Die drei kleinen, unregelmäßigen Schalen habe ich aus der Hand geformt. Dazu formt ihr eine Kugel aus Ton und halbiert diese mit dem Cutter. Anschließend legt ihr die Kugel in die Handfläche und drückt mit dem Daumen rundherum ein, bis eine Schale entsteht.

Die Fliesen gehen auch super einfach: rollt den Ton über zwei Holzleisten gleichmäßig aus, schneidet ein Quadrat heraus und verziert die Fliesen mit Stempeln. Ein Tipp für´s Stempeln: streut ein klein wenig Speisestärke auf den Ton (wie man beim Backen den Plätzchenteig vor dem Ausstechen bemehlt). Dadurch haftet der Stempel nicht so stark am Ton.

So, jetzt muss ich aber wirklich aufhören, sonst komme ich wieder ins Schwärmen und finde kein Ende! Ich hoffe, ihr habt jetzt Lust bekommen, mit dem Töpfern loszulegen!

Über ein Feedback zu der neuen Reihe oder spezielle Wünsche und Fragen von euch würde ich mich freuen!

Alles Liebe! Katharina


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